Joachim F. Gogoll | Nottuln

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Volkswirtschaftler | Globalisierungskritiker | VortragsrednerJoachim Gogoll engagiert sich seit Jahren im globalisierungskritischen Netzwerk attac und ist Sprecher der regionalen attac-Gruppe im Kreis Coesfeld. Daneben arbeitet der Ökonom im Arbeitskreis "Alternative Wirtschaftspolitik" mit, der jedes Jahr das "Memorandum" herausgibt. Das Memorandum gilt als Gegengutachten zu den "5 Wirtschaftsweisen" die das Jahresgutachten für die Bundesregierung erstellen.Homepage:www.gogoll-mondi.de
Aktualisiert: vor 10 Minuten 59 Sekunden
9 November, 2016 - 17:16

Trump ist neuer US-Präsident

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | Trump ist neuer US-PräsidentWahl in den USA

Ein Gastbeitrag von Joachim Gogoll

Die Wahl Trumps ist das sichtbare Zeichen, dass Warren Buffetts Aussage, seine Klasse der Reichen wird den Krieg gegen die Armen gewinnen, stimmt. Trump ist nicht allein das Problem der USA.

Die amerikanische Gesellschaft ist nicht die einzige, die sich zersetzt. Auch in vielen anderen Ländern gibt es die gleichen Entwicklungen. Deutschland bildet da mit der AfD und anderen Zersetzungserscheinungen keine Ausnahme. Das letzte Gutachten der 4 Weisen und Peter Bofinger als einzigem Weisen zeigt, dass die herrschende Ökonomie nicht gewillt ist, zu begreifen, was falsch läuft. Ein großer Teil der Politik ist, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage, etwas zu verändern.

Die Wahlenthaltung großer Bevölkerungsteile, der aufkeimende Rassismus und der Wahlerfolg der AfD zeigen, wohin die Reise geht. Es reicht nicht mit dem Finger auf die USA zu zeigen. Wir müssen uns auch an die eigene Nase packen. Ich finde die Entwicklung mehr als beunruhigend. Aber jetzt heißt es nicht, sich in Schuldzuweisungen zu verlieren. Gegen diese Erosion der Gesellschaft hilft letztendlich nur Aufklärung und das Nennen von Ross und Reiter, wer dafür verantwortlich ist. Zu diesem Kreis der Mitschuldigen gehören natürlich auch einige Parteien. Wir sollten versuchen, durch unsere Arbeit, diese nicht widerspruchs- und geräuschlos aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Was wir tun können, werden wir auch tun.

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27 September, 2016 - 21:11

Eine Schande ist das!

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | Eine Schande ist das!

Ein Gastbeitrag von Joachim Gogoll

Nun ist es soweit. Die SPD Führung hat sich entschlossen, dem CETA Vertrag zuzustimmen. Es gibt offensichtlich zwar eine große Anzahl von Mitgliedern der SPD, die sich entschlossen gegen CETA-TTIP ausgesprochen haben, aber das hatte bei dem Konvent keine großen Eindrücke beim Vorstand hinterlassen. Überraschend war das zwar für mich nicht, dennoch will ich meine Enttäuschung, ja man kann sogar sagen mein Entsetzen darüber nicht verhehlen. Die SPD hat die Möglichkeit vertan, ein deutliches Zeichen für mehr Demokratie zu setzen. Ganz im Sinne ihres legendären Vorsitzenden Willy Brandt, der einst die Worte sprach „Wir wollen mehr Demokratie wagen“. Nun hat die SPD-Führung das genaue Gegenteil getan. Sie hat in meinen Augen fahrlässig und ohne Not auf die Einflüsterungen der Wirtschaftslobbyisten gehört und ihren Teil dazu getan, dass die große Gefahr besteht, dass unsere Demokratie durch CETA gewaltigen Schaden nehmen wird, der auch so einfach nicht mehr zu beseitigen sein wird. Die ohnehin schon in der Bevölkerung erheblich vorhandene Politikverdrossenheit wird in meinen Augen durch solche Vorgehensweise verstärkt. Gabriel hätte sich als Wirtschaftsminister besser mal für einen fairen Handel einsetzen sollen, anstatt sich bei den multinationalen Konzernen anzubiedern. Aber bekanntlich ist ja noch nicht aller Tage Abend. In Österreich haben sich die dortigen Sozialdemokraten in einer parteiinternen Abstimmung gegen CETA-TTIP ausgesprochen. Hut ab!!! Die SPÖ kümmert sich um die Belange ihrer Klientel, den Leuten, die auf Grund ihrer persönlichen Situation auf die Hilfe von Fürsprechern wie den österreichischen Sozialdemokraten angewiesen sind. „Hut ab“ liebe Ösis. Von euch könnte so mancher was lernen. Ich wünsche euch und uns, dass ihr es schafft, diese Wahnsinnsabkommen zu kippen. Ihr verdient meinen Respekt für euer Rückgrat, dass ihr hier zeigt. Und lasst euch nicht verunsischern, ihr tut das einzig Richtige gegen diesen Freihandelswahn. Wenn Freihandel nicht frei ist, dann muss er verhindert werden. Es gibt sozialdemokratische Parteivorstände, die ihre Urklientel vernachlässigt haben und sich statt dessen um die politische Mitte kümmern wollen. Doch da gehören Sozialdemokraten nicht hin. Da sind schon andere, die das besser können. - Joachim F. Gogoll -

 

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7 Juli, 2016 - 18:49

Wir brauchen ein selbstständiges, solidarisches Europa.

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | Wir brauchen ein selbstständiges, solidarisches Europa.

Ein Gastbeitrag von Joachim F. Gogoll

Junckers Äußerung über CETA sind nur die Spitze des Eisbergs an Arroganz, wie die EU-Kommission in den letzten Jahren mit den Menschen in der Gemeinschaft umgegangen ist.

Die Ankündigung, über CETA erst von den einzelnen Parlamenten abstimmen zu lassen, ist der Junckerschen Erkenntnis geschuldet, dass der Kommission langsam bewußt wird, dass die Auswirkungen ihres Verhaltens allenfalls dazu beiträgt, die EU-Skeptiker zu stärken. Nur zur Erinnerung: Europas Anfang war die EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft). Von einer politischen Union oder gar von einer sozialen Gemeinschaft war nie die Rede. Die “Vereinigten Staaten von Europa” waren nie gewünscht, schon gar nicht von England , Frankreich und Deutschland. Man hat nur nie mehr offen innerhalb der EU davon geredet. Die einzigen die seit den 80er Jahren zunehmend mehr Bauchschmerzen bekamen, waren die Briten. Und die haben jetzt konsequenter Weise Adieu gesagt, nicht zuletzt auch durch das Fehlverhalten der EU-Oberen. So wie Europa zusammengeschustert wurde, so sollte es nie mehr sein als ein gemeinsamer Binnenmarkt, mit der ausschließlichen Zielsetzung, für die einzelnen EU-Staaten Absatzmärkte zu schaffen. Und das Ziel hat er zumindest für Deutschland erreicht. Der Anteil deutscher Exporte beträgt 75% in die EU-Zone und 49% in die Eurozone. Für die neoliberalen Wirtschaftseliten ging ein Traum in Erfüllung. Für die EU-Staaten begann mit dem Bemühen , die Lohnstückkosten herunter zu fahren, der Kampf um das Überleben ihrer sozialen Systeme. Wir sind da keine Ausnahme. Wir haben unsere sozialstaatlichen Ordnungen in Deutschland und der EU durch unsere  Wirtschaftspolitik in den RUIN getrieben. Kaum jemand will begreifen, dass wenn alle ihre Lohnstückkosten herunterfahren, gleichzeitig ihre sozialen Standards zerstört werden. Wenn alle exportieren wollen, dann ist keiner mehr da , der importieren kann. So banal ist das. Die EU wird sich reformieren müssen. Das ist längst überfällig. Sollte das nicht geschehen, muss Europa damit rechnen, dass die nationalistischen Strömungen in den einzelnen Ländern weiter gestärkt werden. Wir werden in der nächsten Zeit nicht nur für ein anderes Europa, sondern verstärkt auch gegen nationalistische Strömungen kämpfen müssen. Ein “Europa der Solidarität” ist zur Zeit nicht en vogue. Leider. Aber wir alle sollten uns bemühen, das zu zukünftig ändern. Wir brauchen ein selbstständiges, solidarisches Europa.

Joachim F. Gogoll

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3 Juni, 2016 - 01:24

Freihandel

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | „CETA ante Portas!“„CETA ante Portas!“

Ein Gastbeitrag von Joachim F. Gogoll

Kann das Freihandelsabkommen auch ohne Zustimmung der einzelnen EU-Mitglieder vorläufig angewendet werden?

Während sich alle Welt auf das Abkommen TTIP konzentriert, hat sich innerhalb des letzten halben Jahres das CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada als fertig zur Ratifizierung vorgestellt. Dabei gilt der Grundsatz, dass nach der Ratifizierung von CETA, das Freihndelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA nicht mehr aufzuhalten sein könnte. Es gilt, das Projekt CETA zu stoppen, bevor es weiteres Unheil anrichten könnte. Nun geistert in den veröffentlichten Dokumenten und Zeitungsberichten das Unwort „vorläufige Anwendung“ durch die Medienlandschaft. Was hat es damit nun auf sich? Mit dem Begriff „Vorläufige Anwendung“ ist gemeint, dass Short URL: http://linkcode.de/266